Problemstelle Pumpensumpf und Co in Tiefgaragen

Pumpensumpf, Verdunstungsrinne und Sammelgrube sind kreative (Wort)Schöpfungen, um Wässer in Garagen zu sammeln, statt sie in den Kanal zu leiten. Die Beweggründe dafür sind einleuchtend. Eine Entwässerung erfordert einen Anschluss an den Kanal, somit auch einen Ölabscheider und meist auch eine Hebeanlage. Zusätzliche technische Einbauten, die mehr Geld in der Errichtung kosten. 

Doch sind diese Sammeleinrichtungen wirklich auf lange Sicht die bessere Alternative?

Bild 1 Pumpensumpf mit Rinne in einer Tiefgarage

Bild 1 zeigt eine offene Sammelrinne mit Pumpensumpf. Das Wasser in der angeschlossenen Rinne rechts staut sich, kann aber nicht in den Pumpensumpf rinnen. Die Benutzer der Tiefgarage melden eine Wasserlacke. Doch das Problem lässt sich nicht abpumpen. Bauungenauigkeiten haben das Problem verursacht. Dieser Fall zeigt, dass Entwässerungskonzepte am Ende nicht immer so funktionieren wie gewünscht.

Bild 2 Verdunstungsrinne mit Lackenbildung

Bild 2  zeigt das großflächige Übergehen von vollen Verdunstungsrinnen. Es bilden sich Lacken, die bis zu nahegelegene Stützen und Wände reichen können. Je geringer das Gefälle ist, desto größere Pfützen bilden sich aus.

Bild 3 problematischer Anschluss einer Verdunstungsrinne an Stützenfuß

Bild 3 zeigt den Anschluss einer Verdunstungsrinne an eine Stütze, die quer zur Rinne steht. Tausalzhältiges Wasser wird direkt zum Stützenfuß geleitet. Der örtlich ungeschützte Beton saugt dabei chloridhältiges Wasser auf. 

Bild 4 geschädigter Stützenfuß durch Verdunstungsrinne

Bild 4 zeigt die möglichen Folgen von ständiger Beaufschlagung mit Salzwasser durch übergehende Verdunstungsrinnen. Am Stützenfuß bilden sich Salzausblühungen, Betonabplatzungen und Bewehrungskorrosion. Eine Stahlbetonsanierung steht bevor.

Bild 5 undichter Pumpensumpf an der Garagendecke

Bild 5 zeigt einen undichten Pumpensumpf unter der Garagendecke mit entsprechenden Ausblühungen und Feuchtestellen. Die Dichtheit von Pumpensümpfen ist in den meisten Fällen nach einigen Jahren nicht mehr gegeben. Sehr oft wird auf die Abdichtung im Schacht sogar gänzlich verzichtet. Sowohl die Schachtabdeckung als auch der Einlauf sind schwierige Details, die es zu lösen gibt, will man eine dauerhaft dichte Lösung erreichen.

Bild 6: abblätternde Rinnenbeschichtung

Bild 6 zeigt eine mangelhafte Rinnenbeschichtung in einer Verdunstungsrinne. Durch undichte Abdichtungen oder Beschichtungen in der Rinne steigt das Risiko für Bewehrungskorrosion enorm. Durch stehendes Wasser in der Rinne kommt es zur Aufkonzentration der Salzlösung. 

Bild 7: Salzkrusten in einer Verdunstungsrinne

In Bild 7 sind Verschmutzungen und der Salzeintrag in eine Verdunstungsrinne einer einzigen Wintersaison erkennbar. Das jährliche Entfernen des Salzes durch intensives Spülen der Rinnen mit Wasser ist ein wesentlicher Faktor für die Verlängerung der Dauerhaftigkeit in Garagen, Es unterbleibt meist bei Garagen mit Verdunstungsrinnen, weil das anfallende Wasser danach wieder aufwendig abgesaugt werden müsste.

Fazit:

Auf den ersten Blick scheint es technisch und wirtschaftlich wesentlich einfacher, das Wasser zu sammeln und bei Bedarf durch händisches Auspumpen zu entleeren. Doch sehr schnell können sich vermeintliche Ersparnisse bei den Baukosten zum nachträglichen Bumerang entwickeln, wenn geschädigte Bauteile zu sanieren sind.

Bilder/Text: Susanna Arazli – Expertin für Garagen www.arazli .at


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